Ankommen in Graz. Auf meinem Computer schlummert ein werdender Roman. Einer der Hauptdarsteller, der jetzt ja noch der große Abwesende in der Geschichte ist, ist ein junger Mann, der während des Zweiten Weltkrieges aus naivem Idealismus in den Widerstand gerät und verraten, festgenommen und deportiert wird. Ich gehe von Tatsachen aus, von unmittelbaren Zeugnissen und vergilbten Briefen und Schriftstücken. So fügt es sich, dass kurz vor meiner Abreise nach Graz – ach du unerbittlicher unbarmherziger Tod – ein Schulheft in meine Hände fällt, dessen schwarzer Umschlag dreiundsechzig Jahre danach noch immer glänzt und dessen rote Farbe am Buchrücken noch nicht verschwommen ist. Ich entziffere die von der zittrigen Hand eines todkranken Menschen hingekritzelten Hieroglyphen, die Aufzeichnungen eines jungen Familienmitglieds, ich kenne es von Fotos auf der Kredenz und von Erzählungen. Ich studiere genau den Bericht von seiner Festnahme in Antwerpen, seinem Transport in deutsche und polnische Gefängnisse und, über einen Umweg über das Grazer Gestapo-Gefängnis, seine Ankunft und seinen Aufenthalt in Dachau. Eine Höllenfahrt, die er, wieder daheim, mit letzter Kraft niedergeschrieben hat, bis er, abgebrannt, still am geblumten Sofa wegstirbt, in den Armen seiner Mutter, und auch die letzten Sätze im Heft mit dem schwarzen Umschlag in unleserlichem Gekritzel verschwimmen. Ich wusste Bescheid über seine Irrfahrten, aber dass er, der Onkel meines Mannes, auch in einem Kerker in Graz landete, wusste ich nicht. Wussten wir nicht. Was einen Besuch in Graz betrifft, so war er vor mir da.
Jedoch habe ich nicht die Absicht, das eine mit dem anderen zu vermengen. Ich will nicht auf diese tragischen Schicksalsschläge anspielen. Meine Romanfigur ist nach dem Familienmitglied modelliert, aber sie ist es nicht. Ich werde mich 63 Jahre danach nicht noch einmal mit der düsteren Vergangenheit befassen. Dabei bleibe ich ganz entschieden, ich lasse die Verbindung links liegen, auch wenn ihr Einfluss unübersehbar sein wird. Auch Höflichkeit gegenüber Graz, das mir mit einer solchen Gastfreundlichkeit begegnet, gebietet mir das. Ehrfurcht gegenüber der Hauptstadt der Steiermark, dreiundneunzig Kilometer südlich von Mürzzuschlag, dem Geburtsort von Elfriede Jelinek, hundert Kilometer nordöstlich von Griffen, wo Peter Handke das Licht der Welt erblickte, zwei Stunden mit dem Auto in nordwestlicher Richtung nach Gmunden, wo Thomas Bernhard ruht.
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Aber die Geschichte fordert ihr Recht ein. Mein erster Spaziergang. Ich betrete durch das mittelalterliche Burgtor die historische Innenstadt. Und schon stoße ich im wahrsten Sinn des Wortes auf einen Text, der sich mit der Krümmung des niederen, weiß verputzten Tonnengewölbes mitkrümmt. Worte in schwarzer schnörkelloser Schrift.
In einem Reflex – man gewöhnt sich ans Erkennen – durchzuckt es mich: ‚Kunst im öffentlichen Raum ... etwas Konzeptuelles’. Kryptische Sätze in einer strengen Typografie? Kosuth? Weiner? Einfach lesen: ‚Passant ...’ Ich werde wahrhaftig angesprochen... ‚willst Du wissen, wo Du stehst? Willst Du wissen, Unschuldiger, wer Du bist? Wie Du dich krümmst, wenn Du der Macht verfällst, zu ihrem Spielball und Opfer wirst?’
Ich stehe vor einer Installation des Künstlers Jochen Gerz, und sie bringt mich zum Verstummen. Eine Gedenktafel, Erinnerung an den äußerst bedenklichen Auftritt des nationalsozialistischen Landeshauptmannes und Reichsstatthalters der Steiermark, Sigfried Uiberreither. Gerz lässt diesen Landeshauptmann direkt und zwingend die Fragen eines Täters stellen. Schmerzhafte Fragen über die Teilnahme und das Schweigen der Mitbürger, der so vertrauenswürdigen und zuverlässigen Mehrheit, identisch mit der Mehrheit, die heute vorbeischlendert, denn jeder, der vorbeigeht, wird angesprochen, es sei denn er wendet den Blick mutwillig ab oder zieht es vor, die Stadt über das gegenüberliegende Tor zu betreten.
‚Ich tat es nicht alleine. Ich tat es nicht selbst. Ich hatte Mitarbeiter. Wenn Du durch das Tor gehst, schäme Dich nicht nur für mich. Wer suchte nach mir? Wer stellte mich vor Gericht? Warum hast Du geschwiegen? Wer hat Dich zum Komplizen gemacht?’
Das, mit dem ich mich vor allem nicht befassen wollte, begrüßt mich hier. Ein Fingerdeut? Ein Wink? Graz selbst, das mich verpflichtet, mein Vorhaben über Bord zu werfen?
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Und ich bin noch nicht am Ziel. Einige Schritte weiter vor dem Schauspielhaus: ein mannshohes metallenes Diptychon, links der Druck eines alten Fotos, welches eine in ein Wahllokal umgewandelte Schulklasse zeigt. Graz 1938, an diesem Tag wurde über den Anschluss abgestimmt, die Krönung des großdeutschen Gedankens, die Wahnvorstellung von dem aus Branau am Inn. Auf dem etwas verschwommenen Bild sieht man eine Frau im Hintergrund, sie hat einen Sonntagshut auf, sie steht für die vornehmen Herren des Wahlbüros, und dahinter sieht man das Foto des neuen Führers. Auf der Wahlurne prangt eine Fahne mit Hakenkreuz. Es sind freie und öffentliche Wahlen, jedoch gibt es keine Wahl. Am rechten Teil des Diptychons wieder ein Text, und als ob das Foto und der Text sich voneinander abwenden wollen und einander nicht ansehen wollen, drehen sie sich um eine stumpfe Ecke. Der Text ruft dazu auf, aus der Geschichte zu lernen oder es zumindest zu probieren, jetzt wo heutzutage vom wichtigsten demokratischen Grundrecht, dem Wahlrecht, immer weniger Gebrauch gemacht wird und dieses Recht dünkelhaft vergeudet wird.
Zwölf derartige Diptychen sind über die Stadt verstreut. Sie zeigen jeweils einen Schnappschuss aus dem Alltagsleben des Naziregimes und sind mit dem persönlichen Kommentar eines Abgeordneten im lokalen Parlament versehen. Auch diese Diptychen bilden gemeinsam eine Installation von Jochen Gerz. Der Titel: 63 Jahre danach. Natürlich denke ich dabei an mein daheim aufgetauchtes Heft mit dem schwarzen Umschlag und dem roten Buchschnitt.
Ich werde nicht systematisch nach den Diptychen suchen. Doch wartet jeden Tag sehr wohl eines auf mich, oder ich laufe ihm einfach in die Arme. So gehe ich eines Mittags die 260 Stufen des Schloßbergs hinunter und komme zum Schloßbergplatz. Vor der lachsfarbenen barocken Dreifaltigkeitskirche winkt mir schon eines. Auf dem Foto eine jubelnde Menschenmenge rund um den großen Brunnen für Erzherzog Johann auf dem Hauptplatz. Hitlers Besuch der Stadt. Ein Meer an ausgebreiteten Armen, winkend wie Palmzweige beim Einzug des Erlösers, eine triumphale Prozession durch das, was Sebald ‚eine Menschenschlucht’ nennt. Eine glückliche Menge, daheim in der größeren Einheit. ‚Heim ins Reich’, höre ich sie skandieren. Und etwas weiter am Karmeliterplatz treffe ich in Sträflingskleidung drei Gefangene aus Dachau, darunter den späteren Bundeskanzler Gorbach.
Was mir auffällt: Niemand achtet auf die Diptychen. Achtlos geht man an ihnen vorbei. Tägliche Passanten, ok, annehmbar, aber von den vielen Touristen, die hinter dem in die Höhe gehaltenen Regenschirm eines Stadtführers hertrotten, sehe ich keinen einzigen, der ein Auge dafür hat. Genauso wenig, wenn einer der Stadtführer darauf aufmerksam macht. Ich wende mich noch einmal dem gestreiften Gorbach zu und folge einer Gruppe durch die Hartiggasse auf dem Weg zum Dom, zur Sehenswürdigkeit schlechthin. Über den Freiheitsplatz und erneut vorbei an so einem konfrontierenden Diptychon. Ein Foto des adretten Volkes in adretten weißen Hemden mit adretten Krawatten, ‚1938, Mitläufer am Freiheitsplatz’. Der Begleittext lautet: ‚Mitlaufen ist einfacher, als gegen den Strom zu schwimmen.’
Ich gehe auch in den Dom. Lauschendes Publikum. Vielleicht fange ich etwas auf. Überladene, beeindruckende barocke Pracht. Wohlgenährte Marmorengel mit goldenen Posaunen am Baldachin über der Kanzel. Hoch glänzende gewölbte Beichtstühle, wie geparkte verzierte Kutschen. In goldenen Buchstaben teilt Dr. Fernando Monge mit, dass er am Freitag die Beichte auf Italienisch abnimmt, und am Sonntag kann man zwischen Deutsch, Spanisch und Englisch wählen. Auf der Empore die mit goldenen Schnörkeln umrandete Orgel, davor ein in Gold erstrahlender Doppeladler und wiederum darüber ein Uhrwerk in einem mit gekräuselten Vergoldungen verzierten Holzrahmen. Auffällig, diese barocke Uhr, die im Haus des Allmächtigen so sehr im Vordergrund steht. Wird während der Kommunikation mit Gott auf die Uhr geschaut? Ist das gestattet? Was bedeutet Zeit im Angesicht der Ewigkeit?
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Graz hat da etwas mit der Zeit. Das Museum im Palais versucht, dem Phänomen Zeit mit assoziativen Kombinationen auf die Schliche zu kommen. Von der Eintagsfliege bis zur fast versteinerten Galapagosschildkröte. Der Hermelin: im Sommer ein rotbraunes Fell, im Winter ein weißes. Die Riten rund um Geburt, Altern und Tod. Die fundamentalen Fragen in diesem Zusammenhang. Mittelalterliche astrologische Jahreskalender, die Entdeckung der Glühbirne, welche die Dunkelheit endgültig vertrieb, und die Einführung der Fließbandarbeit, welche die beinahe unendliche Wiederholung einer Tätigkeit ermöglicht.
Graz erfreut sich beim ringsum anwesenden Bild des Uhrturms über der Stadt der Sicherheit der allzeit richtigen Zeit, oder besser gesagt, der exakten Zeit. Denn was ist die richtige Zeit? Im Stadtarchiv finde ich erneut den Turm auf einer Ansichtskarte aus dem Jahre 1938, schon wieder neunzehnhundertachtunddreißig. Die liebliche Stadt an der Mur, ihre vielen Schlösser und Kirchen, der Schlossberg mit den Parks und den Kasematten, aber vor allem der Uhrturm in einem Strahlenbündel mit Hakenkreuz. Die aufgehende Sonne des Dritten Reiches.
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Ich möchte zum Opernhaus. Foto in der Hand: Zwei Herren kommen aus einem Gebäude heraus, zwei Frauen und ein Mann schauen ihnen zu. Die helle Kleidung der Damen legt Sommerwetter nahe. Eine hat ihren Mantel ausgezogen, beide haben breitkrempige Hüte auf. Die offensichtlichen Schattenpartien verraten grelles Sonnenlicht. Der kleinere der beiden Männer spielt Portier, hält dem großen, mageren Mann mit dem Tietz-Zylinder auf seinem schmalen Kopf, Richard Strauss, ehrerbietig die Tür auf. Der kleine Portier ist Gustav Mahler. Möglicherweise ist eine der beiden Frauen Mahlers mythische Gemahlin, die schöne Alma. Ich gehe um das Opernhaus herum und hoffe, genau diese Stelle wieder zu erkennen, und tatsächlich geben mir die Einkerbungen im Fassadenputz, die Form der Tür mit der kleinen Stufe quasi die Sicherheit, dass sich diese Szene förmlicher Höflichkeit an der Rückseite des Musiktheaters abspielte.
Graz, am 16. Mai1906. Richard Strauss wird im Opernhaus seine Salomé dirigieren. ‚Unter persönlicher Leitung des Komponisten’, kündigt das Plakat mit entsprechendem Stolz an. Eine Veranstaltung, auf die sich die Kulturszene mit großer Spannung freut. Viele gewichtige Personen aus der Musikwelt haben sich in die so genannte Provinz begeben.
In seinem Buch The Rest is Noise (Der Rest ist Lärm), welches die Entwicklung der Musik im zwanzigsten Jahrhundert verfolgt, unterrichtet Alex Ross uns davon, dass auch Giacomo Puccini kommt, um sich die Kakophonie anzuhören’. Arnold Schönberg kommt aus Wien, in Gesellschaft einiger seiner Studenten, darunter Alban Berg, ganz ungeduldig und völlig aufgedreht. Ein Schattentheater der musikalischen Primadonnen. Und der 17-jährige Adolf Hitler hat nach eigenen Angaben Geld ausgeborgt, um die Reise antreten zu können. Weltenstürmer. Der letztere im Superlativ.
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Die Kraft des Kampfes zwischen dem Konservativismus und der Faszination für die Modernität, der Zusammenprall, der in der Oper bereits im Jahre 1906 einsetzte, geht heute unvermindert weiter. Oder ist alles inzwischen auf eine, wenn auch erzwungene, Versöhnung hinausgelaufen? Manchmal schaut es aus wie eine schwere Partie Armdrücken, der Konflikt liegt überall auf der Lauer.
Das würdevolle Hotel Wiesler wird umgebaut. Das klassische Intérieur im Stil der Wiener Sezession wird durch die schiefen Zimmerarbeiten eines jungen niederländischen Designers angepasst, angetastet. Der letzte Schrei. Man legt es auf die Hipster, die Trendsetter an. Keine vier Sterne, sondern Freiheit, so lautet die Philosophie. Selbstquälerei ist nicht fremd im Graz des Leopold von Sacher-Masoch, welcher im Jahre 1870 Venus im Pelz schrieb, wonach der Psychiater Richard von Krafft-Ebing, ein Mitbürger von Leopold von Sacher-Masoch, das Wort Masochismus in die Psychiatrie einführte, sehr gegen den Willen des Schriftstellers.
Im Stadtmuseum offenbart Daniel Spoerri anhand von Stichwörtern auf weißen Kärtchen ein Musée Sentimental von Graz. ‚Grazgeflüster’. Alle Wörter zusammen geben das perfekte, allumfassende Bild der Stadt ab. Harmonie und Anarchie. Die höchsten Herausforderungen, die niedrigsten Phantasmen des Gräuels.
Graz als intellektuelles Schlachtfeld. Von der nationalsozialistischen ‚Stadt der Volkserhebung’ zur ‚UNESCO City of Design’.
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Ich habe es gesagt, die Geschichte fordert ihr Recht ein. Also nun doch weiter mit der Figur meines Romans. Ich beginne mit dem langen Weg zum Gefängnis, zur Justizanstalt Graz-Karlau. Ich deute die Route im Stadtplan an. Ich breche in meiner Unterkunft in der stattlichen Wohnung in der Beethovengasse auf. Große Bürgerhäuser, Vorgärten mit Rosensträuchern und Hortensien und an der Rückseite viel Grün, alte Bäume, die hoch über die roten Ziegeldächer hinausragen. Es schaut ein bisschen so wie die Antwerper Cogels-Osylei aus, die lachende Straße aus dem neunzehnten Jahrhundert in meiner Stadt, aber hier wird weniger Prunksucht nach außen getragen, hier gibt es weder venezianischen Firlefanz noch maurische Fiorituren oder Koloraturen. Nein, das enthaltsamere Bild hochbürgerlicher Vornehmheit.
Ich gehe einen Block weiter, gehe an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst vorbei, weiter zum anachronistischen Konzertsaal, zu einer spannenden Struktur aus Spiralen, wie ein riesengroßer grauer eiserner Rugbyball, der zum Abschuss bereit liegt. Gewagt zwischen all diesem Biedermeier. Weiter zum Luxus-Bäcker Hubert Auer mit seinem königlichen Sortiment. Hubert Auer ist in einem Barockschloss untergebracht, seit 1346 wird hier gebacken. Weiter, an einer drei Stockwerke hohen und metertiefen Seitenfront und auf weißem Hintergrund findet man Arnold Schwarzenegger, einen mit dem Viertel verbundenen Riesen, mit erhobenem Finger. Mit der Grimasse eines Lachens. Mit blanken Zähnen. ‚Echt. Stark. Steirisch!’ Er jauchzt für eine lokale Zeitung. Ein etwas dubioser Slogan, nach solchen veröffentlichten kalifornischen Skandalen.
Weniger Häuser, mehr leerstehende Häuser. Zwerggras am Fußweg. Reklametafeln für den Schnellverkehr. McDonalds lockt mit ‚100% Rindfleisch aus Österreich!’ Die Carisma Bar hat ein weitläufigeres Weltbild, sie bietet ‚30 internationale Mädchen’ an. Meine Route zeigt das Phänomen, wie sich eine Stadt immer wieder entblättert. Weg vom Stadtkern mit seinen schönen Geschäften, teuren Markenartikeln und tollen, stilvollen Cafés und Restaurants, Museen, administrativen Diensten in imposanten habsburgischen Gebäuden, weg vom Park, von den blauen Zonen in einer verkehrsberuhigten Stadt und den angenehmen Alleen, Straßen mit den eleganten Häusern und Stadtpalästen, jetzt zu den Außenbezirken der Einkaufszentren, der Wohnkasernen, der Verkehrsknotenpunkte, der schwer auszumachenden Baugründe, der vergessenen, verwahrlosten Projekte und hier und dort als Zeugnis davon, wie es früher einmal war, ein altes einem Bauernhof ähnelndes Haus oder eine zugenagelte Villa, welche den Kahlschlag und Neubau überlebt hat. Ein perfekter Ort für das Gefängnis, das vor mir auftaucht.
Gelbliche verputzte Gebäude. Quadratische vergitterte Fenster. Eine hohe Mauer aus Beton drum herum. Messerscharfer Draht. Eine Gaube, welche die Verbindung zwischen den Flügeln herstellt. War es hier, dass er sich aufhielt, mein Onkel? Das echte Opfer schlüpft gerade in die von mir ausgedachte Figur, es hat etwas Unwirkliches an sich. Das Komische ist: Es berührt mich. Eine Art Trauer über jemanden, den du nie gekannt hast. Ich hatte das Gefühl auch, als ich vor nicht allzu langer Zeit das erste Mal am Grab meines Großvaters am Militärfriedhof am „De Panne“-Strand stand. 8. Februar 1893 - 25. Oktober 1914, las ich auf seinem Grabstein. Gefallen als junger Soldat. Meine Mutter war gerade geboren. Er hat sie nie gesehen. Sie hat ihr ganzes Leben um ihn getrauert. Die Auswirkungen des Krieges auf Menschenleben. Davon handelt mein neuer Roman.
Mittagessen im Restaurant Hofkeller. Ich erzähle meiner Tischnachbarin, welche die Stadt perfekt kennt, die Geschichte meiner Figur und der Route meiner Suche nach dem Gefängnis.
‚Graz-Karlau?’, fragt sie verdutzt‚ aber da irrst du dich vollkommen! Die politischen Gefangenen, die in den vierziger Jahren hierher kamen, verschwanden ins Strafgefängnis, ins Polizeigefangenenhaus am Paulustor, das noch immer die Polizeizentrale ist und wo damals die Gestapo stationiert war.’
Sie erklärt mir, wie die Gefangenen vom Hauptgebäude über eine direkte Verbindung über dem Tor zu ihrer Gefängniszelle im Schlossberg gebracht wurden. ‚Geh’ mal schauen,’ sagt sie. ‚Du wirst es verstehen.’ Am nächsten Tag gehe ich zum Stadttor. Am Volkskundemuseum vorbei, am Ende die düsteren dumpfen Gebäude. Etwas weiter die Bäume des Stadtparks. Ich weiß, dass sich in der Mitte ein romantischer Figurenbrunnen befindet, und etwas weiter entfernt steht der etwas verkümmerte modernistische Pavillon des Forum Stadtpark, in den sechziger Jahren ein Brutnest für zerrüttende Gedanken, das Labor für progressive Literatur. Ich habe die Wegbeschreibung in meinem Computer herausgesucht. Der Abstand zwischen dem Gestapo-Gefängnis und dem Forum Stadtpark beträgt 350 Meter. Die Suchmaschine gibt an: 56 Sekunden mit dem Auto. Wie ein Wimpernschlag.
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Am Sonntag findet das große Volksfest statt. Von nah und ferne werden sie kommen, zu Zehntausenden, nein, 100.000 erwartet man, alle herausgeputzt gemäß der Tradition, mit den hübschesten Dirndln und den feschesten Lederhosen. ‚Aufsteirern’ heißt die Veranstaltung, ein Wortspiel mit einem subtilen Gefühl für Marketing.
Am Abend bevor es losgeht, genieße ich einen köstlichen Tafelspitz in der Welschen Stub’n in der Nähe des Rathauses. Ein Speisesaal, welcher Gemütlichkeit vorspiegelt. An den Wänden hängen Genrestücke: schwungvoll gepinselte Blumenstillleben und vor allem viel Stickerei. Ich sitze unter einer bukolischen Landschaft mit Schäferinnen.
Gegenüber sehe ich eine eigenartige Gruppe. Sieben Burschen und sieben Mädchen. Jugendliche. Sie haben vier Begleitpersonen mit, drei Männer und eine Frau. Alle sind in Tracht, ihre Kleidung verrät, dass sie etwas mit Folklore zu tun haben. Grüne oder rote Schürzen, weiße Blusen mit Puffärmeln, schwarze samtene Miederröcke. Tanzgruppe, tippe ich. Die Kinder, denn das sind sie schließlich doch, benehmen sich vorbildlich, ruhig und höflich. Löffeln brav ihre Knödelsuppe aus, reden gesittet leise, essen ordentlich mit Messer und Gabel. Niemand, der den Tisch unpassend verlässt, alles auf den Kopf stellen will. Ich fixiere sie, es sind komische Gestalten. Ein Bursche mit einem dunkleren Glanz auf seiner Haut, blauschwarzes Haar, etwas zigeunerhaft. Ein anderer trägt eine Punkfrisur, in orangefarbigem Look, er trägt einen Ohrring. Braungebrannte Haut.
Unter den Ältesten befindet sich ein verliebtes Pärchen, ein schönes Mädchen und ein plumper Bursche. Er ist verliebter als sie. Sie wechselt heimlich Blicke mit dem Burschen ihr gegenüber. Die Begleiter erfüllen streng ihre Aufsichtspflicht. Sie halten die Leine kurz. Bis sich ihnen ein Mann mit einem grau melierten Bart nähert, er ist auf Plaudern aus. Ich höre, wie er sie nach ihrer Herkunft fragt, verstehe die Antwort nicht, bemerke aber, wie begeistert er aufschnellt. Sie verwickeln sich in ein intensives Gespräch, ab und zu fange ich ein Wort auf. ‚Landsleute’ und ‚Erster Weltkrieg’. Ich begreife, worum es geht. Einige Tische weiter verfolgt ein Mann das Gespräch hinter seinem riesigen Eisbecher, ich sehe, wie er sein Eis brummend in sich hineinlöffelt, aber er achtet vor allem auf die Kirschen in der Sahne, auch wenn er ab und zu er in ihre Richtung schaut. Ein Blick wie eine Gewitterwolke.
Ich verstehe ‚Volksdeutsche’. Europa tut sich da keinen Zwang an. 32 Völker machen aus einer Mücke einen Elefanten. Nein, einfach wir unter uns, so sollte es viel besser gehen. Die Aufmerksamkeit der Begleitpersonen erschlafft, sie sind zu sehr beschäftigt mit staatsmännischen Problemen. Dem plumpen Burschen wird die Erlaubnis erteilt, sich mal die Beine zu vertreten. Sein Mädchen nutzt diesen Augenblick dafür, intensiv Blicke mit ihrem Gegenüber zu wechseln. Ich bezahle und gehe hinaus. Auf der Straße steht der Bursche, er raucht eine Zigarette. Ich frage, ob sie morgen auftreten. ‚Ja, stimmt.’ Sie tanzen. Also doch. Und von wo kommt ihr? ‚Aus Rumänien’. Ich wünsche ihnen viel ‚Erfolg’, bin aber verblüfft. Alle aus dem Banat, denke ich, und ich erinnere mich daran, dass ich ‚Atemschaukel’ von Herta Müller in meiner Tasche habe.
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‚Jetzt geht’s los! Aufsteirern!’ Ich gehe die Straße hinauf, gemeinsam mit Zehntausenden anderer, in Richtung Altstadt. Ich bewege mich zwischen fröhlichen Familien in traditioneller, festlicher Tracht, zwischen vielen schönen Frauen mit eleganten bunten Dirndln, in prächtigem Violett und Grün. Sie sind stolz auf ihre Tracht. Zwischen Männern, in Lederhosen in vielen verschiedenen Modellen mit Hosenbeinen über und unter dem Knie und mit geschoppten Stutzen und mit Hemden, welche die Stadt auf Schulterhöhe mit karierten Schnupftüchern zu überspannen scheinen. Auch Frauen, vor allem junge, tragen die hirschlederne Hose. Ich kann mir vorstellen, dass Männer das sexy finden.
Eine Bühne am Tummelplatz. Der zarte ‚Dreivierteltakt’ einer kleinen ‚Blaskapelle’. Ihr Auftritt steht auf dem Programm. Eine ‚Tanzgruppe’ wird angekündigt. Allesamt aus Hausmannstätten (!), einem Dorf im Süden von Graz. Sie üben schon Monate lang, um heute ihr brandneues Repertoire zu zeigen. Eine erfrischende Sicht auf den ‚Schuhplattler’, den Schenkelklopf-Fußsohlen-Tanz, den wir, ach so verwandte Westeuropäer eher als Karikatur einstufen denn als kulturelles Erbe. Es ist äußerst unüblich, dass Mädchen da mittanzen. Diese Tradition wird heute durchbrochen. Sie sind ungefähr zu elft und betreten rasch die Bühne, die Daumen hinter den Hosenträgern der Lederhosen, die sie alle tragen, ‚die Burschen und die Mädel’.
Begeisterte gutturale Laute, Indianergeschrei, Reigen, Hopsen, Springen und nebenbei Plaudern, während die Arme und Beine in der Luft kreisen. Ich schaue das Volksballett an, lachende Gesichter, Kinder, die vorne auf den Pflastersteinen sitzen und alles gespannt beobachten. Ein weiterer pfiffiger Reigen folgt, wobei einer dem anderen seinen Filzhut weiterreicht und jeder dem Vorgänger den Hut aufsetzt. Es scheint kompliziert zu sein, aber Übung macht den Meister!
Neben der Bühne, rechts, höher in Richtung einer würdevollen Habsburger Fassade hängt ein weißes Tuch mit dem bemerkenswerten Satz: ‚Die Nacht ist nicht schwarz und der Himmel kein Reich’, ein Zitat von Gerhard Rühm. Avantgarde im öffentlichen Raum. Wiederum.
Im Rummel stößt ein Mann mit mir zusammen, er hat einen Hut mit einem riesigen Gamsbart oder eher einem Rasierpinsel auf, den er so würdig trägt, als handle es sich um einen Orden. Über seiner Schulter hängt ein Jagdhorn. Jägergrün herrscht vor. Ich bleibe beim Text von Rühm hängen, hoch über diesen feiernden Köpfen. Mein Mann mit dem Jagdhorn, hat er ein Auge auf die künstlerische Botschaft geworfen, oder ist es nur so passiert? Und wie sieht sein Himmel aus? Hat er ein ‚Reich’? Findet er, genauso wie ich, dass dies ein belastetes Wort ist? Ist dies ein konditionierter Reflex meinerseits? Wie auch: ‚Lange Nacht der Museen’, eine Werbekampagne auf einer Anschlagtafel etwas weiter, wo man mit einer einzigen Eintrittskarte 660 Museen in ganz Österreich besuchen kann. Oder machte das Werbebüro tatsächlich ein Wortspiel mit ‚Die Nacht der langen Messer’?
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Die ganze Stadt in Tracht, vom Neugeborenen bis zum Hochbetagten. Mit meinem engen schwarzen Rock bin ich eine Außenseiterin, gemeinsam mit vier außerordentlich verschleierten Mädchen, die sich ziemlich herausfordernd und ostentativ zu viert nebeneinander breit machen und so den Bewegungsfluss der Menschenmasse behindern, während ich ihnen nachgehe und dabei die Gerüche von den Bratenten, Schwammerlgulasch mit Knödeln und Käferbohnensalat in der Brotteigschüssel einatme. Exotische Klänge, ich kann sie nicht aussprechen. Von überall her ertönt Musik, Liedfetzen. Ich bin umringt von buntem Treiben. Ich darf mich hier nicht zynisch weiterwursteln, sage ich mir. Kein verschmitztes Lächeln, bitte, und keine hochgezogene Augenbraue! Nach außen sichtbare Anzeichen von Ärgernis, etwas, was auf Überheblichkeit meinerseits hinweisen könnte, ich verstecke alles in meiner Tasche. Ich ermahne mich, mich neutral zu verhalten, besser, einfach dabei zu sein. Dieses Geschehen, alles, was ich um mich herum sehe, ist die Erkundung der eigenen Identität und ist die Bestätigung dafür, halte ich mir vor. Sich abzusetzen vom weltweiten Einheitsbrei, vom globalen Einebnen, vom Plattwalzen des Unterschieds. Ringt dieses anscheinend partikularistische Verhalten nicht mit dem Gedanken der europäischen Einswerdung? Oder ist es gerade die Illustrierung von dem, was De Gaulle mit ‚dem Europa der Nationen’ meinte?
Ich denke an das, was Cees Nooteboom vor fast zwanzig Jahren in De filosoof zonder ogen (Der Philosoph ohne Augen) schrieb: ‚ „Volkseigen“, ein Wort, das auf Krätze hinwies, aber gleichzeitig auf Tradition, Behalten im Sinn von Bewahren, nicht Wegwerfen, noch eine Zeitlang in der Zeit bestehen lassen.’
In meiner Heimatstadt gehen Tausende Jugendlicher zu Festivals, um sich die typischen Klänge uralter Kubaner anzuhören, die Volksrituale aus Burkina Faso werden angegafft, die Zuseher schnellen bei Perkussion aus dem marokkanischen Rif-Gebirge hoch. Und ich gehe hier durch die Altstadt von Graz, es ist Volksfest, ich stelle überall Fragezeichen und mache Anmerkungen, denn mein kulturell korrekter Reflex verpflichtet mich dazu. Ich sehe allerlei Verdächtiges. Vermute ein auf die Vergangenheit schielendes Denken. Sehnsucht nach düsteren Zeiten. Diese Menschen sind doch in ihrer ‚Heimat’?
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Ich möchte den Kopf freibekommen. Ich besuche das Kunsthaus, das wie ein polierter Findlingsblock aussieht, der aus dem strudelnden Fluss, der Mur, angespült wurde, oder wie ein Walfisch oder ein Octopus mit Saugnäpfen. Oder eine riesige Erdnuss. Kein einziger Hinweis auf die umgebende besonders eingestufte Architektur der Altstadt. Ich sah es vor meiner Abreise auf Fotos, vom Schlossberg aus fotografiert. Ein alles beherrschendes Mastodon, ein enormer Eingriff in das, was die größte mittelalterliche Innenstadt Mitteleuropas ist und in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes eingetragen wurde. Aber wie diskret eingefügt dieses wunderschöne Gebäude in Wirklichkeit ist! An der Flussseite ist es durch eine Baumreihe verborgen, und an der Straßenseite verschwindet es teilweise hinter einem neoklassizistischen Eisengebäude, mit dem es dann auch verbunden ist. Ein unauffälliger Mehrwert für die Umgebung. Der chinesische Künstler, Ai Weiwei, stellt hier aus. Du begegnest ihm in der ganzen Stadt, auf Plakaten, während er eine Vase fallen lässt. Eine Urne aus der Han-Dynastie. Es ist das mittlere Foto eines Triptychons, wo am ersten die Vase noch zwischen seinen Fingern schaukelt und am dritten die Topfscherben zu seinen Füßen liegen. Wieder die Zeit. In Stücken, demonstrativ in Abschnitte eingeteilt.
Ich sehe Fotos von Weiweis New Yorker Zeit. 1988, Protest um den Tompkins Square Park gegen gesellschaftliche Verdrängung durch die Yuppies der Liegenschaft. Ich war auch dort. Ich lauschte Allen Ginsberg, unterschrieb arglos eine Petition, wodurch ich zwei Jahre lang gratis das Parteiorgan der amerikanischen kommunistischen Partei in meinem Postfach in Antwerpen fand. Meine verflogene Zeit.
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An einem Abend bringt mich ein Shuttle vom Kunsthaus ins Theater. Ich schätze die Gesellschaft, was die Kleidung betrifft. Im Bus keine ‚Trachten’, sondern wohl akadmische Nonchalance in Jeans einer Marke. Schwarz-weiß, Jil Sander. Teure Vintage-Fransen. Der Dresscode der Liebhaber von allem, dem das Adjektiv zeitgenössisch oder zeitgemäß verliehen wird.
Im Schauspielhaus die Routine der flotten freundschaftlichen Begrüßung, die Gespräche und der Vorkommentar in kleinen eleganten Gruppen, Prosecco in der Hand. Es ist ein bewährtes Zeremoniell, ein Rollenspiel. Ein anderes Ritual als beim ‚Aufsteirern’, aber ebenso ein Ritual. Man fiebert der Vorstellung ganz ernst entgegen, man will sie wie ein Hochamt in einer Atmosphäre der Wichtigkeit und des Wir-unter-uns-Zusammengehörigkeitsgefühls erleben. Ich gehöre auch zu dieser Kategorie, aber hier kenne ich niemanden, also beobachte ich. Die Türen öffnen sich, der Saal verschluckt das Publikum. Ich sitze auf der Tribüne in einer großen schwarzen Loge und warte auf die zeitgemäße Ballettvorstellung. Mit Gesang. Die Tänzer werden singen, die Sänger tanzen.
Ich schaue in die schwarze Tiefe, ich stöbere, ich entwirre die Dunkelheit. Gescharre. Nur ein Vermuten von Bewegung. Schrille und mit lieblicher Stimme vorgetragene gutturale Laute wechseln ab. Werde ich eines Körpers gewahr? Ist der Sänger-Tänzer nackt? Ich peinige meine Augen. So wie Goethe will ich ‚Mehr Licht!’ rufen.
Ich rate, möglicherweise zehn, fünfzehn Menschen, die sich singend nähern. Ich vermute, sie machen Arm- und Beinbewegungen. In der Schemenhaftigkeit kommen sie mir vor wie der Schenkelklopf-Fußsohlen-Tanz. Eine halbe Stunde später noch immer dieses Schwarz. Ich fühle Unruhe und Unmut auf der Tribüne. Langsam, ganz langsam wird dem Publikum ein bisschen mehr Sichtbarkeit vergönnt. Ebenso langsam wie Graz mir seine zahllosen Aspekte offenbart und ich mit mir besser zu Rande komme.
Übersetzt aus dem Niederländischen von Susanne Grotti.
Mag. Susanne Grotti studierte am Institut für Übersetzer- und Dolmetscherausbildung an der Karl-Franzens-Universität Graz Englisch und Französisch. Im Laufe ihrer Tätigkeit als technische Übersetzerin kristallisierte sich unter anderem eine Spezialisierung auf Qualitätsmanagement heraus. Dadurch kam Mag. Susanne Grotti in engen Kontakt mit der internationalen Qualitätswelt, was sie auch zu qualitätsbezogenen Veranstaltungen in Europa führte. Was Belgien betrifft, so ergaben sich überdies interessante Beziehungen zur wallonischen und flämischen Kunstwelt. All dies motivierte Mag. Susanne Grotti, ihr Portfolio um die niederländische Sprache auszuweiten. Daher versteht es sich von selbst, dass es eine besonders willkommene Herausforderung für sie war, als sie gefragt wurde, ob sie im Rahmen der citybooks literarische Texte aus dem Niederländischen ins Deutsche übersetzen wolle.





